K-Pop und K-Dramas sind weltweit auf dem Vormarsch und erobern unsere Radios, Fernseher und die Lieblingsplaylist. Doch mit diesem Wandel hat sich auch ein weiterer Trend herauskristallisiert: koreanische Kosmetik. Denn die ostasiatischen Stars glänzen oft mit makelloser Haut – und das bleibt nicht unbemerkt. Wir wollen darum heute mit dir auf Spurensuche gehen und erklären, was K-Beauty – vor allem auch im Gegensatz zu unserer westlichen Kosmetik – ausmacht, was es zu beachten gilt und was du sonst noch wissen musst. Lies hier mehr!

Die Wurzeln der K-Beauty

Der Name verrät es ja eigentlich schon: Koreanische Kosmetik stammt aus Korea, genauer gesagt Südkorea. Das Land ist nämlich schon seit einigen Jahren im asiatischen Raum bekannt für seine Schönheitsideale. Ob in der Mode- oder aber auch der Kosmetikszene: Hier werden die Trends gemacht. Damit wurde nach vielen Jahren Japan vom Thron gestoßen.

Doch woher kommt der Wandel? Viel hat mit dem Erfolg der koreanischen Kulturprodukte zu tun. Denn was hier in Europa zunehmend an Interesse gewinnt, ist in Asien schon lange der absolute Hype: Die Rede ist von K-Pop, K-Rock und auch K-Dramen. Und umso mehr uns die östlichen Stars in den Medien über den Weg laufen, desto deutlicher wird das von ihnen angestrebte Aussehen uns vor Augen geführt. Anstelle der oft stark geschminkten, westlichen Stars und Sternchen, überraschen die Koreaner hierbei nämlich mit makelloser Haut und einem natürlichen Look ohne viel Make-Up.

Drei Frauen sitzen nebeneinander an einem Tisch

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Die Heimat der K-Beauty lebt diese Ideale. In der Hauptstadt Seoul existiert sogar ein gesamtes Stadtviertel, dass sich fast ausschließlich auf die Entwicklung, Produktion und den Verkauf der Hautpflegeprodukte spezialisiert hat. In Myeondong findest du hunderte Drogerien und Parfümerien, in denen du die neuesten koreanischen Cremes, Toner und vieles mehr kaufen kannst.

Koreanische Kosmetik: Mehr Hype als alles andere?

Nun fragst du dich aber vielleicht, was wirklich hinter der ganzen Aufregung steckt. Ob die koreanische Kosmetik wirklich das liefert, was sie verspricht? Was die Produkte so besonders macht und wie sie sich von unseren herkömmlichen Kosmetika abhebt? Um diese Fragen zu klären, wollen wir uns einmal die Produkte etwas näher ansehen.

Eine Frau ist von weißen Luftballons umgeben

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Ohne Schnickschnack: Hochwertige Inhaltsstoffe

Die Koreaner verfolgen schon bei der Entwicklung ihrer Hautpflegeprodukte einen Ansatz, von dem wir bei vielen westlichen Herstellern leider nur träumen können: Alle Produkte sind cruelty-free. Du wirst keine Originalware finden, die an Tieren getestet wurde. Ein Grundsatz, der inzwischen sogar per Gesetz festgehalten wurde.

Doch auch sonst steht die koreanische Kosmetik im Einklang mit der Natur. Denn hier setzt man darauf, auf unnötige Zusätze komplett zu verzichten. Alkohol, PEG, Silikone und ähnliches wirst du hier in der Regel vergebens suchen. Stattdessen werden wertvolle Zutaten aus der Natur eingesetzt. Wir wollen an dieser Stelle einmal einige der beliebtesten Inhaltsstoffe kurz unter die Lupe nehmen:

  • Ceramide (natürlicher Bestandteil der Haut-Hornschicht beim Menschen): die zusätzliche Zufuhr von Ceramiden kann die Haut stärken und somit dem Austrocknen vorbeugen. Wird vor allem bei sehr trockener Haut eingesetzt.
  • Centella Asiatica (aus der TCM bekannte Pflanze, die auch unter dem Namen indischer Wassernabel läuft): wirkt sich nachweislich hautstraffenden und hautbildverbessernd aus und wird vor allem für trockene Haut und Anti-Aging Produkte eingesetzt.
  • Hyaluronsäure (wichtiger Bestandteil des menschlichen Bindegewebes sowie der Gelenke): da die Eigenproduktion mit zunehmenden Alter abnimmt, wird der Inhaltsstoff vor allem in Anti-Aging-Cremes verwendet, um die Haut wieder straffer wirken zu lassen.
  • Grüner Tee: hat eine beruhigende und juckreizlindernde Wirkung, von der vor allem empfindliche, gereizte und unreine Haut profitieren kann.
  • Teebaum bzw. Teebaumöl: hat eine antibakterielle, talg-reduzierende Wirkung und wird darum gern zur Behandlung von Pickeln genutzt.
  • Aktivkohle: kann Verschmutzungen gut binden und so Poren tiefgehend reinigen. Wird vor allem für fettige und unreine Haut eingesetzt.
Eine Frau entnimmt mit einer Pipette etwas Reinigungsöl.

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Während sich im europäischen Raum oft auch Produkte als Naturkosmetik bezeichnen, die kaum eine Pflanze gesehen haben, ist das in Korea anders. Denn hier gibt es deutliche Richtlinien, an die sich die Hersteller halten müssen, um ein Siegel zu erhalten, dass die Produkte als „natürlich“ ausweisen. In Deutschland hingegen haben wir keine solche einheitlichen, rechtlichen Auflagen.

Sanft zur Haut: Texturen der K-Beauty-Produkte

Wenn du zum ersten Mal eine Creme aus Korea aufträgst, wirst du wahrscheinlich von deren Textur überrascht sein. Denn diese wirken in der Regel einfach leichter auf der Haut und lassen sich oft auch besser verteilen. Doch nicht nur das zeichnet die koreanische Hautpflege aus: Es gibt auch einfach viel mehr Kosmetika für unterschiedliche Zwecke.

So besteht die übliche Routine aus 10 Schritten – dazu später noch mehr – und damit auch aus zehn unterschiedlichen Produkten, die alle ihre ganz eigene Konsistenz haben. Während Reinigungsöl und Toner flüssig sind, fühlen sich die Seren und Essenzen oft cremig an. In der Regel basieren sie aber dennoch auf Wasser und liegen dadurch besonders leicht auf der Haut.

Eine Frau hat eine Creme punktuell unter den Augen aufgetragen

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Made in Korea: Ein Qualitätssiegel

Wenn du ein Label mit der Bezeichnung “Made in Korea” findest, weißt du sicher, dass du hier ein absolutes Qualitätsprodukt in der Hand hältst. Was nicht heißen soll, dass nicht andere Hersteller auch diese Ansätze verfolgen, sondern nur, dass sich die folgenden Punkte leicht auf alle koreanische Kosmetik übertragen lassen. Denn zum einen sind die Inhaltsstoffe, wie oben schon beschrieben, hochwertig und natürlich, zum anderen stimmt aber auch das Drumherum. So wird in Korea der Fokus auf alle Geschlechter gelegt und die Pflegeserien werden genau auf die unterschiedlichen Bedürfnisse eines jeden Hauttyps angepasst.

Zudem profitieren alle Altersgruppen von dem Ansatz der koreanischen Pflege – auch hier findest du wieder spezifische Produkte für zum Beispiel pubertäre, erwachsene und reife Haut. Doch das ist längst nicht alles: Schnickschnack suchst du hier vergebens. Die meisten K-Beauty-Hersteller verzichten auf aufwendige Verpackungen und große Marketingprojekte. Vielmehr wollen sie die Produkte für sich selbst sprechen lassen.

Nebeneinander sind verschiedene Produkte von d'Alba angeordnet

Bereitgestellt von d’Alba

Und das wirkt sich wiederum auch auf den Preis aus. Denn bei vielen westlichen Herstellern musst du als Verbraucher im Endeffekt auch die Kosten für die riesigen Plakate, TV-Spots und Co. mitbezahlen. Das gesparte Geld fließt bei der koreanischen Kosmetik zum einen in die Forschung für immer bessere, wirksamere Produkte, von denen du wieder profitierst. Zum anderen wirst du hier immer einen fairen Preis bekommen, denn du bezahlst genau das, was du kaufst: Ein Pflegeprodukt für deine Haut.

In zehn Schritten zu einem besseren Hautbild

Wenn du dich bereits ein wenig mit K-Beauty befasst hast, kennst du die 10 Steps Korean Beauty Routine sicherlich schon. Falls nicht, wollen wir sie dir hier einmal kurz vorstellen: Im Grunde besteht der typische Hautpflegeprozess bei den Koreanern aus zehn Schritten, die aufeinander aufbauen. Was erst einmal aufwendig klingen mag, spielt eigentlich in das Thema Self-Care mit hinein. Denn die Ostasiaten leben streng nach dem Glauben, dass die Haut der Spiegel der Seele ist.

Eine Grafik zeigt die 10 Schritte der koreanischen Beauty Routine

Darum betrachten Sie das Pflegen dieser auch eher als ein kleines Wellness- und Wohlfühlprogramm, dass du dir täglich gönnst. Es ist zudem Zeit, die du jetzt investierst und von der du später profitierst. Denn die meisten Koreaner beginnen schon spätestens Mitte 20 damit, den Alterungsprozess der Haut aufzuhalten – schließlich soll ja eben dieses jugendliche Bild erhalten bleiben.

Willst du mehr zu dieser typische Pflegeroutine erfahren? Dann schau doch einmal in unserem Beitrag zur 10 Steps Korean Beauty Routine vorbei. Hier erklären wir dir tiefgehend, wie welcher Schritt abläuft und wie oft du ihn wiederholen solltest. So kannst du mit der koreanischen Kosmetik deine beste Haut zum Vorschein bringen!

Eine Frau hat ein Handtuch um den Kopf gewickelt und cremt sich gerade ein

Foto: © cottonbro, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0, Quelle: Pexels.com

Koreanische Kosmetik: Mehr als nur eine clevere Marketingstrategie?

Nachdem wir dir nun die wichtigsten Facetten der koreanischen Kosmetik vorgestellt haben, wirst du sicherlich erkannt haben, dass hier mehr dahintersteckt als nur ein Hype. Der Fokus liegt auf dem Essentiellen – das gilt sowohl für die Produkte selbst, die auf unnötige Inhaltsstoffe verzichten, als auch für die Werbestrategie. Denn hier steht Mund-zu-Mund-Propaganda an erster Stelle und die kann man sich nur zunutze machen, wenn die Kosmetika auch wirklich überzeugen.

Quellen
www.wikipedia.org/wiki/Indischer_Wassernabel
www.fairlis.de/post/naturkosmetik/
www.wikipedia.org/wiki/Ceramide
www.minseo.de/…/das-besondere-an-koreanischer-kosmetik/
www.designmadeingermany.de/…/k-beauty/
www.beautyindependent.de/status-quo-k-beauty/